Allgemeines:

Der Spider wurde mit oder ohne Windschutzscheibe in den Metallicfarben Silber, Gelb, Blau
und Rot hergestellt. Bei Gelb, Blau und Rot ist zusätzlich der untere Bereich des Fahrzeugs
in Grau-Metallic abgesetzt. Die wird manchmal bei der Nachlackierung des Renault Spider
aus Kostengründen eingespart.

Es gibt nur einen Motor mit 2 Litern, 16 Ventilen und ca. 150 PS.

Die Wahl für einen Spider mit / ohne Scheibe ist reine Geschmacksache. Der Spider
ohne Scheibe ist seltener.

"Ohne" ist reines Fahrvergnügen der besondern Art - Menschenauflauf inklusive,
"Mit" ist einfach Alltagstauglicher, da man auch mal ohne Sonnenbrille fahren kann .
Der Unterschied in den Fahrleistungen ist minimal, der Luftzug und die Gefahr der Fliegen
im Auge um so Grösser.


Generelle Spiderprobleme:

Fast an allen Fahrzeugen wurde irgendwie "Verbessernd" eingegriffen. Die kleinsten
Modifikationen beginnen bei der Auspuffanlage ( Cup-Anlagen, Elia-Auspuff, etc. ),
über Fahrwerk ( Cup-Fahrwerk, Cup-Felgen, div. Tuning Angebote ) bis zum Motortuning.

Der letzte Schritt sind massive optische Veränderungen zur Verbesserung der Aerodynamik.

Viele Spider wurden mit Originalteilen des Cupspider nachgerüstet. Im Ursprung ist der Spider
ein Wettbewerbsfahrzeug von Renault Sport. Die Teile sind hochbegehrt, mittlerweile selbst
über Renault schwer zu beschaffen. Fall das Fahrzeug ein Tuning erhalten hat, sollten
immer die Originalteile für einen Rückbau in den Originalzustand vorhanden sein.

Außerdem sollte peinlichst darauf geachtet werden, daß alle ( Cup- ) Tunigteile auch
in den Fahrzeugpapieren eingetragen und legalisiert sind.
Z. B. Cup-Felgen und / oder Auspuff-Eintragungen sind zwar möglich, jedoch schwierig
und nicht mehr so ohne Weiteres und einfach machbar.

Ohne Eintragungen hat das Fahrzeug keine ABE. Was bei Kontrolle durch die Polizei
noch zu "einfacheren" Problemen incl. Punkte in Flensburg führt, endet im Falle eines Unfalles
mit Personenschaden im persönlichen Fiasko für den Fahrer / Halter des Spiders.

Um ganz sicher zu gehen, sollte man nach Möglichkeit einen "originalen" Spider suchen.


Die einfache und wartungsfreundliche Bauweise des Spider "verführt" geradezu
kleinere Reparaturen auch mal selbst vorzunehmen.

Daher sollte man auf ein vollständig ausgefülltes Service-Scheckheft achten, außerdem
sollte der Zahnriemenwechsel auch bei niedrigen Kilometerständen bereits durchgeführt
worden sein. Renault schreibt für den Zahnriemenwechselein Intervall von 100.000 km
oder 5 Jahre vor !

Ein nicht rechtzeitig gewechselter, auf Grund seines Alters versprödeter Zahnriemen,
birgt das Risiko eines unnötigen, kapitalen Motorschadens in sich.

Auf Grund des schon hohen Alters der Michellin Originalbereifung ( teilweise noch von 1995 )
sollte diese schon bald gegen neue und sichere Reifen getauscht werden.


Die Kilometerangabe der Spider ist oft sekundär, da sich bei vielen Fahrzeugen
der Geschwindigkeitsgeber schon früh beschädigt wurde und die Erneuerung "verschoben"
oder der Geber einfach am Getriebe abgetrennt wurde.

Viele Spider wurden auch mit roter Nummer spazierengefahren, um sie dann als
gepflegten Neuwagen weiterzuverkaufen.

Ein besonders Augenmerk sollte man daher auf die üblichen Verschleissspuren
am Unterboden, im Innenraum und im Motorraum richten. Ein verkratzter Innenraum
gerade im Bereich des Einstiegs zeigt den recht lässigen Umgang mit dem Fahrzeug
oder viele wechselnde Besitzer / Fahrer.


Weitere Checkpunkte:

Ist die vordere Kofferaumschale verkratzt, welche Farbe haben die Sicherheitsgurte ?
Zeigt die Batterie im Wagenbug Korrosion durch überlaufende Säure ? Französische
kleine Originalbatterie ? Fliegengrab oder starker Steinschlag an der Fronthaube ?
Verdreckter Innenraum auch unter den Aluprofilen ? Verschlissener Sitz ?

Verliert der Motor an den Motor-Dichtungen und Achsschenkeln Öl wurde der Wagen
meist recht rüde ohne ausgiebige Warmfahrphase hochgejubelt. Die Gummimanschetten
am Antriebsstrang neigen häufig zu Undichtigkeiten.

Der Spider hat einen recht ( normalen ) hohen Ölverbrauch - Klappernde Ventile
bei der Probefahrt zeugen meist von fehlendem Öl.

Da keinerlei Dämmmaterialien in den Spider verbaut wurden, sind eventuelle Klapper-
und laute Fahrgeräusche durch die Bauweise des Fahrzeugs bedingt recht laut zu hören.
Das Schaltungsgestänge macht durch lautes Klacken durchaus auf sich aufmerksam,
ist aber durchaus präsise und leicht zu schalten.


Die Probefahrt:

Bei den ersten Probefahrten sollte man auf ungeübte Schumi-Specials verzichten.

Der Spider hat einen Heckmittelmotor, turbogeile sichere Strassenlage, eine irre Be-
schleunigung und hat einen sehr späten, überraschenden Grenzbereich. Nur wirkliche
Profifahrer mit genügender Auslaufzone auf der Rennstrecke können den Wagen
dann wirklich sicher Abfangen und am Limit beherschen !

Nur zur Erinnerung: Das ist ein absoluter Rennwagen - nur für den Einsatz
auf der Strasse umgerüstet.

Der Federungkomfort ist überraschend komfortabel, aber absolut sportlich abgestimmt.
Selbst mit über 1.80 m findet man eine angenehme Sitzposition ohne störende Wind-
verwirbelungen. Der Sitz ist nur auf der Längstachse oder in der Neigung durch Lösen
der Verschraubung zu verstellen. Die gesamte Pedalerie kann in der Länge per Drehkopf
verändert werden.

Manche ( grosse ) Fahrer entfernen auch die nur mit Klettverschluss fixierten Sitzpolster
und verringern so Sitzposition.

Serienmässig gibt es kein Verdeck. Als Originalzubehör gibt es ein Renault-Regendach
für Höchstgeschwindigkeiten bis zu 80 Km/H. Weitere Dachvarianten werden
von div. Lieferanten ( Renault, Elia, Sattlermeister ) angeboten.

Korrosion und Rost sind bei Spidern dank der Bauweise Chassis aus Aluminium /
Kunststoffhülle normalerweise kein Thema. Aber - Wenn das Fahrzeug schlecht behandelt
wird, kann man natürlich alles kaputt kriegen.

Gewisser sichbarer Rost an den Achsen und Aufhängungen ist von Werk eingebaut,
hat aber dank ausreichender Fertigungstoleranzen nur optische Konsequenzen.


Kosten:

Ein guter, originaler Spider kann von 20.000 - 25.000 EUR kosten.

Der Spider hat eine limitierte Anzahl von weltweit 1640 Fahrzeugen. Das Angebot wird
durch Unfälle und Abverkäufe in das Ausland immer knapper. Preise sind daher auch
immer Verhandlungssache und Teil einer Nachfrage.

Immer sollte ein neutraler Dritter ohne "Spiderambitionen" alle Verhandlungen übernehmen.
4 Augen sehen immer mehr als 2. Und als persönlicher Tip: Nie, Niemals - Nie sofort
am gleichen Tag kaufen - immer Überschlafen. So schnell verkauft sich heutzutage
auch kein Spider mehr.

Im Unterhalt ist der Spider - bei frei verhandelbarer Kaskoeinstufung der Versicherungen -
mit Saisonkennzeichen finanziell erträglich und in der Einstufung ( je nach Versicherung )
unter SLK oder Boxster-Niveau.

Bei einem Händler gibt nach dem neuen Verbraucherrecht mittlerweile eine Garantiepflicht -
im Privatkauf trägt man ein garantieloses Risiko, hier also immer mit doppelter Aufmerksamkeit
agieren.

Prickelt es am nächsten Morgen immer noch, hat Einen der Spider-Virus gepackt.

Wenn dann noch der Kontostand stimmt:


Sofort zuschlagen !----------------------------------------------------------------------2003 Channel Z GmbH






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